Dieser Satz klingt hart, aber er ist heute notwendiger denn je.
Viele Eltern glauben noch immer, sie würden lediglich eine schöne Urlaubserinnerung oder einen lustigen Moment ihrer Kinder teilen. Lachende Kinder am Strand. Im Planschbecken. Auf dem Spielplatz. Ein unbeschwerter Sommertag, der erste Handstand in kurzer Hose.
Doch genau diese Bilder können heute zu digitalem Rohmaterial werden.
Künstliche Intelligenz hat die Spielregeln verändert.
Aus wenigen öffentlich zugänglichen Fotos lassen sich täuschend echte Deepfakes erstellen. Gesichter können in andere Bilder oder Videos eingefügt werden. Harmlos aufgenommene Kinderfotos können zu sexualisierten und pornographischen Darstellungen in Fotos und Videos werden. Pädokriminelle Täter oder auch spezialisierte Programme nutzen genau solche Technologien bereits gezielt, um Kinder digital zu missbrauchen und entsprechende Inhalte zu verbreiten.
Es gibt mittlerweile ganze Programme, die Kinderbilder im Netz abgreifen. Instagram, Facebook, Homepages von Institutionen – ja, auch das ist ein Problem, über das ich häufig informiere. Hier aber geht es um Eltern und Verwandte, die ihre Kinder digital durchs Netz teilen, unbedacht, oft fahrlässig gedankenlos. Und auch der WhatsApp-Status ist kein Raum für das Teilen dieser Fotos.
Das ist keine Panikmache. Das ist die Realität.
Wer heute Kinderfotos öffentlich ins Netz stellt, entscheidet nicht mehr allein darüber, wer sie sieht. Die Bilder können gespeichert, kopiert, automatisiert gesammelt, mit KI verändert und weltweit weiterverbreitet werden. Niemand kann anschließend kontrollieren, wo sie landen und wofür sie genutzt werden.
Deshalb reicht Datenschutz heute nicht mehr aus. Es geht um den Schutz der digitalen Identität unserer Kinder. Fragen Sie sich deshalb vor jedem Upload:
- Müssen diese Fotos wirklich ins Internet?
- Oder reicht es vollkommen, dass dieser Moment in unserer Familie bleibt?
Nicht alles, was technisch möglich ist, sollten wir auch tun. Unsere Kinder haben ein Recht darauf, selbst zu entscheiden, welche Bilder eines Tages von ihnen im Internet existieren. Geben wir ihnen dieses Recht.
Wenn Sie Ihren Kindern zeigen möchten, wie stolz Sie auf sie sind, dann legen Sie das Smartphone zur Seite. Sagen Sie ihnen, dass Sie sie liebhaben. Nehmen Sie sie in den Arm. Lachen Sie gemeinsam. Schenken Sie ihnen Zeit. Kinder brauchen keine Reichweite.
Sie brauchen Beziehung. Sie brauchen keine Likes. Sie brauchen Liebe.
Je intelligenter Künstliche Intelligenz wird, desto wichtiger wird das, was keine Maschine jemals ersetzen kann: Unsere Superkraft Menschsein.
Sie schützt Kinder besser als jeder Algorithmus. Und sie beginnt mit einer Entscheidung, die wir als Erwachsene heute treffen können.
Um darüber auch in Ihrem Umfeld aufzuklären, habe ich wichtige Informationen in einem Flyer zusammengefasst. Dieser Flyer ist auch auf Arabisch, Englisch, Russisch und Bulgarisch vorhanden. Bitte teilen Sie diesen in Ihren Firmen, in Ihren Praxen und im Bekanntenkreis, stellen Sie ihn in den WhatsApp-Status, posten Sie ihn in sozialen Netzwerken (hierfür sind soziale Netzwerke goldwert) und helfen Sie so, diese Informationen zu verbreiten und damit Kinder im Netz zu schützen.
Mehr Informationen auch auf socialmediasprechstunde.de